Organisatorisches
Allgemeine Informationen
Jeder EU-Bürger ist dazu berechtigt, sich bis zu drei Monaten in einem anderen EU-Staat aufzuhalten. Für alle Aufenthalte, die länger dauern, muss eine Erlaubnis erteilt werden. Eine solche Erlaubnis wird von der Polizeibehörde des Aufenthaltsortes erteilt und heißt "Residence permit" oder auf Finnisch "Oleskelulupa". Voraussetzung hierfür ist der Nachweis eines triftigen Grundes für den langen Aufenthalt, z.B. ein Arbeitsvertrag oder - im Falle eines Auslandsstudium - ein Bestätigungsschreiben von der Hochschule. Die Erlaubnis muss innerhalb der ersten 14 Tage des Aufenthaltes beantragt werden und kostet derzeit 27 Euro (zwei Passbilder werden ebenfalls benötigt). Zur Information: Die Dauer des Aufenthaltes wird nicht durch Heimfahrten unterbrochen, sondern zählt weiter.
Wichtig ist auch die Krankenversicherung vor Ort: Grundsätzlich ist man über die deutsche Krankenversicherung versichert (unbeding Formular E-111 oder E-128 anfordern, das ist der Nachweis über die Versicherung). Es ist jedoch so, dass im Falle eines Arztbesuches die Behandlung direkt bezahlt werden muss, die Behandlung in den sogenannten Gesundheitszentren ("Terveyskeskus") ist oft guenstiger als bei einem frei praktizierendem Arzt oder im Krankenhaus. Die Rechnungen (auch für Medikamente) können anschliessend bei der Ortsdienststelle der finnischen Sozialversicherungsanstalt eingereicht werden (60% der Arztkosten und 50% bei Medikamenten). Ist das zeitlich nicht mehr möglich, können die Rechnungen auch direkt bei der deutschen Krankenversicherungsanstalt eingereicht werden.
Empfohlen wird jedoch der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung. Je nach Angebot werden die Kosten direkt übernommen. Für Auslandsaufenthalte bis zu einem Jahr bietet das finnische Unternehmen Pohjola Versicherungen in Kooperation mit dem CIMO (Centre for International Mobility) über das Tochterunternehmen Eurooppalainen für Austauschstudenten, Praktikanten, Trainees etc. eine solche Versicherung sowie eine Gepäckversicherung für diesen Zeitraum an. Nach meinen Erkundigungen sind die dort angegebenen Preise im Verhältnis zu den deutschen Angeboten sehr viel geringer. Weitere Informationen gibt es bei http://www.eurooppalainen.com.
"Daily Life" - Lebenshaltungskosten
Nun kommen wir zum interessantesten Teil - was kostet denn nun so das Leben in Finnland ??
Die Lebensmittel sind im Verhältnis zum deutschen Durchschnitt etwa 10 bis 20 Prozent teurer; einige Artikel sind auch günstiger als zu Haus. (Dabei kommt es natürlich auf den Heimatort an - in meinem Fall ist das Kiel und ich merke hier so gut wie keinen Unterschied... =) ) Am teuersten sind nach meiner Ansicht alle Produkte, die auch nur annähernd mit Papier zu tun haben - das liegt vielleicht auch an der finnischen Achtung vor der Natur... (Beispiel: eine einfache Postkarte kostet meist 0,84 bis 1 Euro). Zu empfehlen ist das Mensa-Essen: abwechslungsreich, mit viel Salat und Brot zum Selbstbedienen und Getränk - und das für 2,55 Euro, da kann man nicht meckern...
Bei den Mietpreisen gibt es Unterschiede (vor Ort): Einige meiner Mitstudenten zahlen etwa 230 Euro für ein Zimmer in einer 2er WG, das zwar am Rande des Stadtzentrums liegt, jedoch weit entfernt von der Hochschule ist (ca. 45 min zu Fuß). Ich wohne direkt bei der Hochschule in einer 6er WG (ist die Ausnahme: sonst sind es eher 4er WGs) und habe hier ein kleines, aber gemütliches Zimmer, wofür ich etwa 100 Euro im Monat zahle. Das ist aber vermutlich eher eine Ausnahme von der Regel - die Miete liegt meist bei etwa 200 Euro. Bei der Wohnungssuche ist die Hochschule in jedem Fall behilflich - Nachfragen lohnt !! In Salo hat die Polytechnic sogar ein eigenes Lager für Wohnungsausstattung angelegt, so dass jeder ein sogenanntes Starter-Package für 50 Euro Kaution mieten kann (z.B. Matratze, Geschirr, Lampen).
Das "Herumreisen" ist in Finnland als Student relativ günstig - im Verhältnis zu deutschen Bahnpreisen geradezu spottbillig... =) Für eine Tour von Helsinki nach Rouvaniemi in Lappland (ca. 900 km) bezahlt man als Student etwa 35 Euro (für eine Fahrt). Voraussetzung für den Studenten-Rabatt ist ein spezieller Studentenausweis, der bei der Bahnauskunft für 2 Euro und beim Busbahnhof für 5,40 Euro erworben werden kann. Diese Anschaffungen rentieren sich auf jeden Fall - meist schon mit der ersten Tour.
Was ist sonst noch interessant ?? Telefonieren - kann an der Telefonzelle schnell zum kostspieligen Vergnügen werden. Für ein 15min Gespräch nach Deutschland kann man schon bis zu 8 Euro blechen. Viel bequemer ist es natürlich, sich von zu Hause anrufen zu lassen. Aber Achtung: In solchen Fällen bezahlt der Empfänger des Telefongesprächs die Auslandskosten (Roaming-Verfahren) und das kann ebenfalls ganz schnell ganz schön teuer werden.
Die einfachste Methode ist, sich eine Prepaid-Karte eines finnischen Netzbetreibers zu besorgen (sofern man im Besitz eines Handys ist). Zu empfehlen ist die Variante von Telia: Die Prepaid-Karte kostet 17 Euro, 10 Euro Gesprächsguthaben sind bereits vorhanden, eine Auflade-Karte bekommt man für 20 Euro. Besonders nett: Telia fährt zur Zeit die Aktion "Bonus Airtime" - wenn man von einem anderen Netz aus angerufen wird, bekommt man jeweils am Monatsanfang Guthaben auf seine Karte gutgeschrieben (für den Monat September waren das bei mir über 6 Euro - das freut doch !! ).
Manchmal gibt es Probleme mit einigen Handys, die günstiger in Verbindung mit einer deutschen Prepaid-Karte gekauft worden sind (z.B. Debitel-Angebote). Diese "Traumpaar"-Handys müssen zunächst freigeschaltet werden. Dieser Code kann z.B. mithilfe der IMEI-Nummer des Gerätes direkt auf der Vodafone-Homepage ermittelt werden (Voraussetzung: das Handy wurde vor über 24 Monaten erworben) oder über die Free&Easy-Hotline von D1. Einige Handys sind jedoch komplett gesperrt (SIM-lock-Handys).
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